1. Preis

RSP Freiraum GmbH, Dresden

Verfasser:

Christoph Ritter, Dipl.-Ing. (FH)
Sandro Schaffner, Dipl.-Ing.

Mitarbeit:

Laura Chiarandini
Luisa Lehmann
Holger Kunath
Ludwig Nitschke
Manuel Corvey

Lageplan

Perspektive

Schnittansicht

Beurteilung des Preisgerichts

Der Beitrag geht auf die Ortsstruktur ein und baut ein städtebaulich-freiraumplanerisches Raster mit eindeutigen Bezügen, Gliederung der Gesamtfläche in Teilflächen und klarer Fassung der Flächen auf. Die Grundstruktur dieses urbanen Stadtgartens bietet vielfältige Erlebnis- und Nutzungsangebote entsprechend den Auslobungsanforderungen. Im Hinblick auf Veranstaltungen erscheint die Flächenstruktur ausreichend variabel. Das tiefer gelegte Rasenfeld wird jedoch vor diesem Hintergrund hinterfragt.

Die städtebaulichen Bezüge werden durch eine winkelförmige Pergola als bauliches Element aufgenommen, welches funktionale Nutzungsmöglichkeiten, z.B. gastronomische Nutzungen, integriert und den Bereich des Stadtgartens von den angrenzenden Stellplätzen räumlich gliedert. Diese räumliche Gliederung erscheint dem Ort angemessen und wird von den Sachpreisrichtern befürwortet. Die Pflanzungen im nördlichen Bereich und der Abstand der Stellplätze zur nördlich angrenzenden Bebauung werden im Hinblick auf die Vermeidung von Konflikten begrüßt, die Sichtbarmachung der Stadtmauer als trennendes (Sitz-) Element zum Parkplatz wird hinterfragt.

Die Anordnung von zwei flankierenden Wandelementen begrenzt den inneren Stadtgartenbereich und bietet ausreichend (Sicht- und Lärm-) Schutz vor den angrenzenden Straßenbereichen.
Die Gestaltung des Kirchenvorplatz vor St. Magareta nimmt durch die asymmetrische Anordnung von Baumcluster und wassergebundenem Platzbereich zu wenig Bezug auf das Hauptportal des Kirchengebäudes. Begrüßt wird jedoch der formale Bezug zum Rasenfeld „In den Gärten“ und der Bezug zur Kirche St. Anna als innere „Boulevard“-Achse. Ein definierter Endpunkt dieses Boulevards wäre zu untersuchen. Ggf. bietet sich in diesem Zusammenhang die Möglichkeit der Integration eines Kunstobjektes.

Die Gehbezüge und Wegeführungen sind gut herausgearbeitet und binden die Seite des Rathauses an zwei unterschiedlichen Punkten an den Platzbereich. Der neue Übergang im Norden wird als Vorteil im Zusammenhang mit der weiteren städtebaulichen Entwicklung im Westen (Richtung Main) gesehen.
Entsprechend den Anforderungen der Auslobung verortet der Vorschlag die städtische Infrastruktur (Ladestation, WC, Fahrradparken etc.) an gut geeigneter Stelle. Die durchgängige, einheitliche Gestaltung der Belagsoberflächen führt zu einem homogenen Gesamtbild der Belagsflächen, ggf. auch in Verbindung mit den (zukünftigen) Belagsoberflächen des Herigoyen-Platz / Spessartstraße um St. Anna.

Der Ideenteil führt die Entwurfsidee des Realisierungsteils konsequent weiter, bleibt jedoch in der Detaillierung unkonkret. Die Rathauserweiterung bietet ein großes Raumvolumen und ist aus städtebaulicher Sicht begrüßenswert. Der entstehende Innenhof erscheint ausreichend und ermöglicht weiterhin einen barrierefreien Zugang.

Die Arbeit lässt in der Durcharbeitung aufgrund der dargestellten Gestaltungsmodule eine ansprechende, zeitgemäße Platzgestaltung erwarten und erscheint auch unter wirtschaftlicher Betrachtung (Herstellkosten / Folge-/ Pflegekosten) angemessen.
Die Gestaltungsstruktur ermöglicht in der weiteren Planung eine gute Kostensteuerung. Eine Umsetzung in Bauabschnitten ist gut möglich.

Hinweise:
Eine klarere Formulierung des Kirchenvorplatzes mit deutlichem Bezug zum Kirchenportal (eventuell Baumgefasst, jedoch ggf. auch ohne Grünfläche) sollte gefunden werden.
Eine stärkere räumliche Strukturierung des Grünstreifens zwischen Mauer und Straße mit (einheitlichen) Bäumen wird empfohlen. Ebenso wird eine Begrünung der außenliegenden flankierenden Mauerelemente gewünscht.
Höhenlagen der Flächen, insbesondere „In den Gärten“, sollten überprüft werden in Bezug auf mögliche weitere Nutzung (z.B. Weihnachtsmarkt).
Aussagen zum Container fehlen.

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